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Döblinger Gemischter Satz „Reserve“ 2015

Sehr reife Trauben sehr alter Reben - etwa drei Wochen nach der Hauptlese aus den kalkigen, kargen, betagten Gemischter-Satz-Weingärten in Sievering und Grinzing geerntet. In diesem hier und jetzt noch herzzerreißend frühen Entwicklungs-Stadium des Weines dominieren unverkennbar Veltliner, Burgunder und Riesling; eine Vielzahl weiterer Rebsorten setzt nach und nach fein akzentuierte, aromatische Spitzen und macht nach etwa ein bis zwei Stunden Luftzufuhr dann doch einigermaßen lautstark auf sich aufmerksam. Dass zumindest einige der nur 400 gefüllten Flaschen dieser vor Würze und Mineralität oszilierenden, für uns vergleichsweise strapaziösen Spinnerei zuvor besagte, wahrhaft gedeihliche Zwei-Stunden-Marke knacken, liegt ab sofort ganz allein in Ihren Händen. Wir sind hiermit bitteschön fein raus, haben gesagt, was gesagt werden muss und ersuchen, während der Nerven zerfetzenden Beatmungszeit, so Sie partout gedenken, diese einzuhalten, Ruhe zu bewahren. Entsprechende Unterstützung erfahren Sie dabei zweifellos von der einen oder anderen Flasche Anderes.

 

Grinzinger Gemischter Satz „Sommeregg RESERVE ALTE REBEN” 2013

Den Gemischten Satz der Ried Sommeregg darf man getrost als Archetyp der aktuellen Gemischter Satz-Philosophie verstehen: ein uralter Weingarten aus dem Jahr 1955, an die zwanzig verschiedene Rebsorten und keine Kompromisse, wie sie die Gesetzgebung für die Kelterung von Gemischter Satz-Weinen mittlerweile gewährt. Jutta Ambrositsch bewirtschaftet diesen Weingarten-Methusalem - die Ried Sommeregg direkt über dem Grinzinger Ortskern ist schon seit dem Mittelalter bekannt - seit dem Jahr 2005, setzte die zahlreichen Lücken kontinuierlich unter, natürlich mit uralten Rebsorten, die Anlage scheint sich gegen eine Verjüngung aber zu wehren. Der Ertrag aus diesem etwa 0,6 Hektar großen Steilhang mit dem wohl malerischsten Blick über Wien wird daher leider von Jahr
zu Jahr geringer. Doch das, was dieser uralte Weingarten erbringt, ist dafür ein Gemischter Satz rarster Güte: ganz viel Boden, Weinlaub, Unterholz, schiere Kraft, unendliche Komplexität und Länge. In eine Flasche Gemischter Satz Sommeregg passen exakt 0,75 Liter Identität.

 

Wiener Gemischter Satz Sommeregg Reserve Alte Reben 2012

2012 wurde jede Beere des Sommeregg-Weingartens reif. Jede. Die kapriziösen Rieslinge, die würzigen Veltliner, die schmelzigen Burgunder, die fetten Neuburger, die duftigen Traminer, die saftigen Malvasier und was da halt sonst noch so alles steht in diesem uralten Sonnenkollektor über Alt-Grinzing. Alles physiologisch hochreif, jede Rebsorte bläst ins aromatische Horn, das Crescendo eines Wiener Gemischten Satzes, wie es das letzte Mal vielleicht 2006 der Fall war. Und bei aller Brisanz ist dieser Wein ruhig und erhaben, dicht verwoben, ein Kettenhemd von einem Wein quasi, engmaschig und komplex. Wonach er duftet und schmeckt, ist schwer zu sagen – wonach nicht, ist eher die Frage. Spiel, Duft, Zitrus, Exotik, Schmelz, alles da, eine burgundische Big Band.

 

 

2011 Jutta Ambrositsch Wiener Gemischter Satz Sommeregg Reserve Alte Reben
A Proprietary Blend Dry White Table wine from Vienna, Austria,

 

Review by David Schildknecht
WA # , #212 (Apr 2014)

Rating: 90
Drink -
Cost: $60

 

The Ambrositsch 2011 Wiener Gemischter Satz Sommeregg Reserve Alte Reben – released, as usual, a year later than any of her other bottlings – represents Riesling; multiple Pinot, Veltliner and Traminer variants; as well as Neuburger, Malvasia and a few mystery cepages. The result – accentuated by vintage ripeness – is a heady floral-perfumed and silken-textured libation that its author wisely let stop fermenting with a hint of sweetness appropriate to its personality after it had already reached 14% alcohol. Kirsch, maraschino and almond high tones join the aforementioned floral essences in the nose, and musky bite of rose radish in the slightly warm finish frame this intriguing opus. It should be fascinating to eventually compare this wine with its two immediate successors. Ambrositsch notes that every one of the many varieties in this field blend seemed to miraculously ripen simultaneously in 2012, but that in 2013 she made a point of harvesting a bit earlier to achieve analytical dryness at more moderate alcohol. Jutta Kalchbrenner (nee Ambrositsch) – for more about whom, and about whose vineyards, consult my issue 197 report – has expanded her acreage and range of bottlings, and was very happy after devastating hail in 2009 and 2011 and a vintage-typically tiny crop in 2010, to have much more wine to sell from vintage 2012 than she ever has before. Oenophiles not yet familiar with her work should take advantage of that relative abundance to experience the offerings of this highly talented and dedicated young graphic artist-turned vintner. (Having suggested this, I myself missed out on some of Ambrositsch’s 2012s due to their having been totally sold-out – and, knowing the Viennese, no doubt largely drunk-up – by the time I got ‘round to visiting her to taste wines of that vintage.) More generous yields but also conscientiously earlier picking have contributed to wines of surprising alcoholic levity by contemporary Viennese standards, yet by no means deficient in ripe – indeed, often scintillating – flavors. Having little patience with the regulations governing the new DAC Wiener Gemischter Satz – with whose provisions for blending across mono-cepage vineyards she disagrees – Ambrositsch signaled to me her intention to release her field-blended 2013s as officially merely Landwein. Importer: Carlo Huber Selections, Salisbury, CT (917) 742-0601


 

 

 

Wiener Gemischter Satz Sommeregg Reserve 2011

Dieser Wein ist seit 2005 eine Art Paradebeispiel für das neu entdeckte, uralte Weinmodell des „Gemischten Satzes" in Wien: An die 20 verschiedene Rebsorten, bekannte sowie bereits in Vergessenheit geratene, bunt gemischt in einem extra-steilen Weingarten hoch über Grinzing mit dem schönsten Blick auf Wien, den man sich nur vorstellen kann. 2011 wurden die Sommeregg-Trauben sehr, sehr reif, der Wein behielt ein wenig Restsüße, was die Monumentalität dieses vor über 50 Jahren konzipierten Weines noch einmal deutlich macht: Crème, Fülle, Üppigkeit von Neuburger und Weißburgunder, unterlegt vom Duft des Traminers, straffe Struktur von Grünem Veltliner, feines Spiel vom Riesling... der massivste Sommeregg, den es je gab. Säure: 5 g/l Alc.: 14% Vol. Restzucker: 17 g/l

 
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Döblinger Gemischter Satz „Reserve" 2015
Sehr reife Trauben sehr alter Reben. Eine Essenz aus Grinzing und Sievering.